Webdokumentation Gaïa

vertieft Fragen, die in zwei Projekten des BMBF-Verbundprojekts Gendering MINT digital zur Diskussion gestellt werden, die umweltwissenschaftliche Themen umkreisen: Das künstlerische Forschungsprojekt des Offenburger Verbundpartners De/Globalize. Agential cuts through Critical Zones in Science and other Sediments – Kabini, Nile and Rhine sowie die von Freiburg und Offenburg gemeinsam entwickelte Webdokumentation Gendering Marteloscopes. Als Superorganismus und Urmutter allen Seins symbolisiert Gaïa eine Denkfigur, die der Erde eine andere Gestalt verleiht als es ihr durch den blauen Planeten auferlegt wurde. Nicht mehr ruht sie als Globus und Spielball einer technoiden Welt in der zumeist weißen Hand eines Mannes. In ihrer Hybris meinten die Menschen sich ihrer ermächtigen, sie ausbeuten oder sich ihr schützend annehmen zu können. Im dritten Jahrtausend rinnt dieses Bild zusehends zwischen ihren Fingern dahin. Wie wir im Weiteren zeigen wollen, ist Gaïa nicht nur als eine matriarchale Form der Natursymbolik von Interesse für die Geschlechterforschung, sondern darüber hinaus, weil sie einen Dialog zwischen den Natur- und Technikwissenschaften mit den Geistes- und Kulturwissenschaften voranbringt. Es ist dies ein interdisziplinärer Dialog, der vielfältige Erkenntnisse mit Blick auf die Erde und auf die mit ihr verbundenen (Körper- und Geschlechter-)Metaphoriken voranbringt.

Foto: © Marion Mangelsdorf⎜San Diego/USA