Muße und Krise

WDR 5 Neugier genügt – Redezeit 05.05.2020 22:41 Min.

Wenn Produktivität zum Selbstzweck wird, kommt eines oft zu kurz: die Muße. Und mit ihr das Nachdenken darüber, wie wir uns ein gutes Leben vorstellen. In der Redezeit spricht die Philosophin Marion Mangelsdorf über die Notwendigkeit von Muße. Grade jetzt.

 

„Wir arbeiten, um Muße zu haben“, schrieb Aristoteles vor über 2000 Jahren. Gilt das heute noch? Beschleunigung, Zeitverdichtung und Effizienz gehören zu den wichtigsten Leitfiguren unserer Zeit. Sie verändern unsere Arbeitswelt und lassen die Unruhe zum Zeichen der Moderne werden. In unablässiger Bewegung fällt es dem Menschen schwer, innezuhalten, Krisen zuzulassen und sich seiner selbst zu vergewissern.

Die Philosophin, Soziologin und Kulturanthropologin Dr. Marion Mangelsdorf ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich Muße der Universität Freiburg. Sie versteht Muße als produktive Unproduktivität, eine Mischung aus Aktion und Kontemplation, aus geistiger Reflexion und körperlich-sinnlicher Wahrnehmung. Aber wie stellt sich Muße überhaupt ein? Und wie kann sie unser Leben bereichern?

Redaktion: Gundi Große