‚I Eat the Sun and Drink the Rain‘

Muße, – stellt sie sich ein, wenn jede Pore der Haut von Sonnenstrahlen gespeist oder der Regen langsam über die Stirn, Augen und Nase in den Mund rinnt? – Zweifelsohne beruht Muße auf körperlichen Erfahrungen und leiblichen Empfindungen, bei denen die Sinneswahrnehmung eine entscheidende Rolle spielt.
In Anlehnung an Michel Foucault möchte ich Muße darüber hinaus als eine Sorge um sich selbst verstehen, die einen transgressiven Charakter birgt. Es sind dies Technologien des Selbst, die im dritten Jahrtausend in eine spezifische Form der Biopolitik eingebunden sind. Eine Biopolitik, die Byung-Chul Han in seinem philosophischen Essay Müdigkeitsgesellschaft weniger von einer Sorge und Transformation des Selbst, denn von Selbstausbeutung und depressivem Narzissmus geprägt sieht.

Mit diesem kurzen Auszug möchte ich auf ein Essay zu diesem Thema verweisen, an dem ich derzeit schreibe. Weiteres zu meiner Arbeit am SFB Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken findet sich hier.
Inspiriert zum Titel des Essays wurde ich durch die Soundcollage des Komponisten Sven Helbig ‚I Eat the Sun and Drink the Rain‘.
Danken möchte ich Johannes Beyerle für das Coverbild.